
Das Europäische Zentrum für Internationale Politik und Wirtschaft (ECIPE) hat der Integration unseres Landes in die Europäische Union einen ganzen Artikel gewidmet.
Der Artikel stellt fest, dass „ Albanien das darstellt, was oft als die „leicht zu erreichende Frucht“ der Erweiterung bezeichnet wird: ein relativ kleines Land, das tief in die EU integriert ist und eine eindeutig proeuropäische politische Ausrichtung hat .“
Ebenso wurden alle Reformen unseres Landes sowie die größten Probleme Albaniens genauestens unter die Lupe genommen.
Vollständiger Artikel:
Seit Albanien 2009 seinen Antrag auf EU-Mitgliedschaft beim Europäischen Rat einreichte, hat das Land seine schrittweise Annäherung an die EU fortgesetzt. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und einer komplexen Wirtschaftsgeschichte erlangte Albanien 2014 offiziell den Status eines EU-Kandidaten und gilt zusammen mit Montenegro als eines der Westbalkanländer mit den besten Beitrittschancen. Das Land zählt zu den Ländern mit höherem mittlerem Einkommen und verfügt über großes Potenzial in Branchen wie Tourismus, Öl und Bergbau, Gesundheitswesen und Informationstechnologie. Albanien hat zweifellos beachtliche Fortschritte bei der makroökonomischen Stabilisierung, dem Ausbau der Infrastruktur und der Umsetzung EU-konformer Reformen erzielt. Doch welche zentralen Herausforderungen stehen einem EU-Beitritt weiterhin im Wege?
Eine turbulente Geschichte
Albaniens politischer Weg im Hinblick auf die EU-Integration ist zweifellos von seiner facettenreichen Geschichte der turbulenten 1980er Jahre geprägt. Die Spuren des Regimes von Enver Hoxha, der Albanien von 1944 bis zu seinem Tod 1985 regierte, waren in den 1990er und 2000er Jahren noch deutlich spürbar. Hoxha zwang Albanien in ein starres stalinistisches Wirtschaftsmodell, das durch extreme Zentralisierung, Kollektivierung und die vollständige Verstaatlichung der Industrie gekennzeichnet war. Rückblickend, im Lichte der Geschichte, stellt sich die Frage, wie Albanien den friedlichen Übergang von einer wirtschaftlich isolierten Gesellschaft zu einer liberalen Demokratie vollziehen konnte. Man sollte auch bedenken, dass Hoxhas Albanien nicht nur von westlichen Ländern, sondern auch von anderen kommunistischen Staaten isoliert war, insbesondere nachdem Hoxha 1961 die Beziehungen zur Sowjetunion und später 1978 zu China abgebrochen hatte.
Hoxhas Regime hinterließ Albanien eine stark zentralisierte Wirtschaft, eine unterentwickelte Infrastruktur und begrenzte Außenhandelsmöglichkeiten. Dies hatte direkte Auswirkungen auf die mittelfristige Entwicklung des Landes: wirtschaftliche Stagnation, akuter Mangel an Konsumgütern und ein weitgehend auf Subsistenzwirtschaft basierender Agrarsektor. Nach Hoxhas Tod und dem unvermeidlichen Zusammenbruch seines kommunistischen Regimes im Jahr 1990 gelang Albanien jedoch der Übergang zu einer Marktwirtschaft. Die 1990er Jahre waren dennoch von wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt – erkennbar an Hyperinflation, Privatisierungsbestrebungen und einem chaotischen Finanzumfeld. Ein berüchtigtes Kapitel in Albaniens facettenreicher Wirtschaftsgeschichte nach Hoxha war der Zusammenbruch weitverbreiteter Schneeballsysteme im Jahr 1997, der die Ersparnisse eines großen Teils der Bevölkerung vernichtete und zu Unruhen führte. Die Folgen des Zusammenbruchs waren gravierend: Schätzungsweise 2.000 Menschen kamen durch Gewalt ums Leben. Albanien versank im Chaos, da große Teile des Landes nicht mehr unter staatlicher Kontrolle standen. Da Zollstationen und Finanzämter niedergebrannt wurden, brachen die Staatseinnahmen drastisch ein, einige Industriezweige stellten ihre Produktion ein, und der Handel wurde beeinträchtigt. Die turbulenten 1990er-Jahre zeigten, dass Albaniens wirtschaftliche Liberalisierung bestenfalls uneinheitlich verlief. Zudem trugen Probleme in der Regierungsführung zum Fortbestand einer großen Schattenwirtschaft im Land bei.
Die Schattenseiten der albanischen Wirtschaft
Albanien verfügt über eine der größten Schattenwirtschaften Europas. Diese umfasst Schwarzarbeit, Schwarzeinkommen, Schmuggel und informellen Handel. Schätzungen zufolge machte Albaniens Schattenwirtschaft 2023 allein 31,9 % des BIP aus, was kaufkraftbereinigt rund 18 Milliarden US-Dollar entsprach. Steuerhinterziehung und nicht registrierte Geschäftstätigkeiten spielen dabei eine zentrale Rolle. Diese Probleme florieren aufgrund schwacher Regulierungsbehörden, die wiederum durch begrenzte institutionelle Kapazitäten und Korruption begünstigt werden. Auch die historische Vergangenheit des Landes wirkt sich aus: Der abrupte Übergang von einer staatlich gelenkten zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung schuf Lücken in der Regierungsführung und der Wirtschaftsregulierung, wodurch viele Aktivitäten in den Untergrund abwanderten. Darüber hinaus sind Sektoren wie das Baugewerbe, die Landwirtschaft und der bargeldintensive Kleinhandel besonders anfällig für informelle Praktiken, da sie auf Bargeldtransaktionen angewiesen sind. Die albanische Regierung hat Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft ergriffen, darunter eine Strategie aus dem Jahr 2020, die Unternehmen, die Gelder nicht deklariert oder illegale Gewinne erzielt haben, eine Amnestie gewährte.
Ein anhaltendes Problem: Bauprojekte werden häufig mit Schwarzgeld finanziert. Dies resultiert aus einer Kombination aus mangelhafter Aufsicht im Immobiliensektor, weit verbreiteten Bargeldtransaktionen und einer Kultur der Steuervermeidung. Hochwertige Bauprojekte, darunter Wohn- und Gewerbeimmobilien, können Gelder aus informellen Kanälen, wie beispielsweise nicht vollständig deklarierte Überweisungen aus dem Ausland, involvieren. Die Globale Initiative gegen Transnationale Organisierte Kriminalität veröffentlichte 2020 einen Bericht, in dem sie feststellte, dass insbesondere der Bausektor in Albanien ein wichtiger Bereich für Geldwäsche ist. Der Bericht beschrieb zudem, dass von 141 Unternehmen, denen zwischen 2017 und 2019 Baugenehmigungen für Hochhäuser erteilt wurden, 59 % nicht über die finanziellen Mittel verfügten, diese zu realisieren.
Albanien steht zudem vor erheblichen zusätzlichen Herausforderungen, darunter anhaltende Probleme im öffentlichen und Justizsektor sowie Sorgen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität. Die Abwanderung junger Fachkräfte („Brain Drain“) und der damit einhergehende Fachkräftemangel stellen ein weiteres Problem dar, das wiederum Investitionen in verschiedenen Sektoren hemmt. Zu den weiteren Schwächen der albanischen Wirtschaft zählen eine unzureichende Infrastruktur, mangelnde wirtschaftliche Diversifizierung, eine starke Abhängigkeit von Überweisungen ausländischer Arbeitskräfte und die Anfälligkeit für die potenziellen Auswirkungen von Wirtschaftskrisen in der Eurozone.
Errungenschaften und Herausforderungen der Reform
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Insider
Feb. 15, 2026., 08:26 •
praktisch stehlen alle angeblichen Institutionen vom Westen finanziert nur Geld im Ausland. Gut das man USAID wenigstens dicht gemacht hat
Gjoka
Feb. 21, 2026., 00:20 •
Der Imperialismus zerstört sich gerade selbst in seiner völligen Korruptheit ...Bob Dylan wußte das schon 1965 ... Epstein, korrupte Entwicklungspolitik und Mafia Milliardäre, mit Epstein, den Hintermännern, die totale Korruptheit überall und Drogen bis Kinderhandel. siehe Berlin