Laut offiziellen Angaben des Finanzministeriums hat die albanische Regierung rund 589 Millionen Euro an ausländischen Krediten zur Finanzierung des Wasserversorgungs- und Abwassersektors erhalten, davon sind rund 300 Millionen Euro Kredite, die nach 2015 aufgenommen wurden.
Unter Berücksichtigung der Mittel aus dem Staatshaushalt und der von den Bürgern zur Finanzierung des Dienstes gezahlten Gebühren hätte das Land seine Trinkwasserversorgungsprobleme eigentlich schon gelöst haben müssen, doch das genaue Gegenteil ist eingetreten.
Trotz dieser Finanzmittel sind die Wasserverluste im Netz im letzten Jahrzehnt unverändert geblieben. Daten der Wasserregulierungsbehörde zeigen, dass die technischen Verluste im Netz im Jahr 2024 bei 67 Prozent lagen, verglichen mit 64 Prozent im Jahr 2023 und einem ähnlichen Niveau auch schon in den Jahren zuvor.
Von den Hunderten von Projekten, die bis 2025 mit ausländischen Krediten finanziert werden, hat der Wasserversorgungs- und Abwassersektor im Zeitraum 1990–2025 rund 599 Millionen Euro aufgenommen.
In einem Land mit einer Bevölkerungszahl wie Albanien würde diese Summe ausreichen, um die Wasserversorgung grundlegend zu verändern. Hätte man diese Investitionen auf die Reduzierung von Netzverlusten konzentriert, wäre Albanien heute einer ununterbrochenen Wasserversorgung in städtischen Gebieten und Touristenregionen sehr nahe.
Die aktuellen Verluste im Netz betragen über 60 % und zeigen, dass das Problem nicht in der Wasserproduktion liegt, sondern im Missmanagement, da das Wasser nicht abgerechnet wird.
Experten behaupten, dass allein eine Halbierung der Verluste zu einer realen Steigerung der Wasserversorgung um 30–40 % führen würde, ohne dass neue Quellen gebaut werden müssten. Die meisten Großstädte hätten dann eine 24-Stunden-Wasserversorgung.
Die Investitionen wurden auf eine Vielzahl kleiner Projekte verteilt, wobei der Schwerpunkt häufig auf dem Aufbau neuer Infrastruktur lag, ohne in die Funktionsweise des Systems einzugreifen.
Laut offiziellen Angaben betrug die durchschnittliche Jahreskapazität aller Wasserquellen, die von den überwachten Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen zur Trinkwassergewinnung genutzt werden, im Jahr 2021 495 Millionen Kubikmeter. Im selben Jahr wurden insgesamt 311,2 Millionen Kubikmeter Wasser produziert, während der Gesamtbedarf bei 100 Millionen Kubikmetern lag.
Daten zeigen, dass die gesamte Wasserversorgung aller Wasserversorger den nationalen Bedarf ihrer Kunden um etwa 80 % übersteigt. Gleichzeitig leiden Städte und ländliche Gebiete des Landes jedoch vielerorts unter Wasserknappheit. Wasser wird zwar produziert, aber nicht nachhaltig für die Kunden bereitgestellt.

Monitor.al




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