Bevölkerungstrends/ Eurostat: Albanien verzeichnete im vergangenen Jahr den größten Rückgang der Jugendbevölkerung in Europa.

4. Februar 2026 | 7:08 Uhr
Die Eurostat-Daten zur Leistungsfähigkeit der Bevölkerung im Alter von 15 bis 29 Jahren in Europa zeichnen ein besorgniserregendes Bild für Albanien, das den ersten Platz bei der größten demografischen Schrumpfung dieser Altersgruppe belegt. MENSCHEN Im Januar 2025 lebten in Albanien 405.832 junge Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren, ein Rückgang um 18.300 innerhalb eines Jahres bzw. ein Minus von 4,32 %. Die Jugendquote in Albanien ist viermal so hoch wie in Serbien, wo ein Rückgang von 1,03 % zu verzeichnen ist.
Während Länder wie die Slowakei, Österreich und die Türkei nur minimale Rückgänge von unter 1 % verzeichnen, steht Albanien vor einem demografischen Aderlass, der jeden regionalen Durchschnitt übersteigt. Diese Kluft wird noch deutlicher im Vergleich zu Ländern, deren junge Bevölkerung stark wächst. Während beispielsweise Albanien an Humankapital verliert, verzeichnen Länder wie Spanien (+2,76 %), Bulgarien (+1,98 %) und Rumänien (+1,97 %) einen Zuwachs in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen, was auf eine Neuorientierung junger Menschen hin zum Arbeitsmarkt oder zu ihren Bildungssystemen hindeutet. Während Länder wie die Schweiz, Island und die Länder der Europäischen Union ihre Jugendzahlen stabilisieren oder sogar erhöhen, verschärft sich der Rückgang in Albanien weiter, was zeigt, dass die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Förderung der Jugend im Land zu ergreifen, dringender denn je ist. Die schrumpfende Jugendbevölkerung ist eine alarmierende albanische, nicht balkanische Besonderheit, die dazu führt, dass dem Land eine aktive Arbeitskraft und Innovationskraft fehlen.
Der Rückgang um etwa 18.333 junge Menschen innerhalb eines Jahres bedeutet, dass Albanien jährlich fast eine ganze Stadt verliert, die ausschließlich aus Studierenden und jungen Berufstätigen besteht. Gleichzeitig verzeichnen Deutschland und Italien, die beiden Hauptziele der albanischen Auswanderung, einen Anstieg ihrer jungen Bevölkerung (um 0,50 % bzw. 0,72 %), da das Humankapital, das Albanien verliert, als „Treibstoff“ für die Wirtschaft der EU-Länder dient. Während es den Industrieländern gelingt, junge Menschen zu integrieren und ihre Bevölkerungsbasis zu vergrößern, schrumpft Albanien in einem Tempo, das langfristige Pläne für eine nachhaltige Entwicklung erschwert. Wird dieser Trend nicht bis 2025 eingedämmt, gerät das Rentensystem und die lokalen Unternehmen, die bereits unter Personalmangel leiden, an den Rand des Zusammenbruchs. Albanien wird damit zum am schnellsten alternden Land Europas. / Monitor Screenshot_4 Screenshot_5
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