
Newsbomb.al berichtete exklusiv am Freitag über den amerikanischen Gesetzentwurf, der dem US-Kongress vorgelegt wurde und der eine starke Antikorruptionsinitiative für die Westbalkanländer, einschließlich Albanien, vorsieht.
„In Albanien ist das wahrscheinlichste Ergebnis eine ‚zweite Welle‘ von Sanktionen, die die Lücke zwischen dem politischen Status ‚Non Grata‘ und strafrechtlichen Anklagen schließen wird“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Dabei wird betont, dass der Schwerpunkt der Sanktionen auf den „Finanzmitteln“ der Politiker liegen wird.
Die 90-Tage-Frist endet im März 2026, und das US-Außenministerium wird, nach Zustimmung des US-Kongresses, Maßnahmen ergreifen, die darauf abzielen, Politiker ins Visier zu nehmen und die sie unterstützenden Finanznetzwerke zu zerschlagen.
„Indem die USA wirtschaftliche Unterstützer, Geschäftsleute und ‚Mittelsmänner‘, die Korruption ermöglichen, benennen, bieten sie SPAK faktisch einen Aktionsplan an, um von der Einfrierung von Vermögenswerten zu Verhaftungen hochrangiger Persönlichkeiten überzugehen und den Markt vor den Wahlen 2027 von verzerrtem Wettbewerb zu ‚säubern‘“, heißt es in der Ankündigung weiter, berichtet newsbomb.al.
In der Praxis wird die albanische Wirtschaft unter die Beobachtung amerikanischer Partner gestellt, die SPAK durch Sanktionen, Nicht-Gratifikationserklärungen und Informationshilfe anweisen werden, Verhaftungen auf hoher politischer und wirtschaftlicher Ebene durchzuführen.
Im Rahmen des Gesetzes zur Demokratie und zum Wohlstand des Westbalkans sollen insbesondere Sektoren ins Visier genommen werden, in denen der Zufluss von „grauem Geld“ am höchsten ist:
1. Technologische und digitale Infrastruktur: Fokus auf NAKSHI-Auftragnehmer und die „Korruptionssteuer“ auf staatliche digitale Dienstleistungen.
2. Immobilien und Bauwesen: Überblick über luxuriöse Küstenprojekte und Hochhausprojekte in Tirana.
3. Energie und Versorgung: Aufsicht über staatliche Energieunternehmen (KESH, OST) und Konzessionen für erneuerbare Energien.
4. Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP): Prüfung von Verträgen im Bereich Abfallwirtschaft und Infrastruktur.
5. Bank- und Finanzwesen: Überwachung der lokalen Banken, um sicherzustellen, dass sie die Verbindungen zu den neu sanktionierten „Ermöglichern“ abbrechen.
6. Strategischer Tourismus: Überprüfung von Projekten, die durch politische Günstlingswirtschaft einen „strategischen“ Status erhalten haben.
Der Gesetzentwurf wurde am 2. August 2022 von einer überparteilichen Gruppe von US-Senatoren unter dem Namen „Western Balkans Democracy and Prosperity Act“ (Gesetz für Demokratie und Wohlstand im Westbalkan) eingebracht und hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und den sechs Westbalkanländern zu verbessern.



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