Die SPD-Bundesspitze zeigt sich nach dem Misserfolg bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz offen für eine Personaldebatte. "Ich weiß, dass es bei diesem Ergebnis Personaldebatten geben wird", sagte der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil in der ARD. Er machte klar, dass er sich einer solchen Debatte stellen wolle. "Ich will, dass offen über die Frage geredet wird." Co-Parteichefin Bärbel Bas stellte fest: "Wir können nicht so weitermachen wie bisher."

Laut vorläufigem Endergebnis verlor die SPD bei der Wahl knapp zehn Prozentpunkte und wird im neuen Landtag in Mainz nach 35 Jahren nur noch zweitstärkste Kraft. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat, Ministerpräsident Alexander Schweitzer, kündigte an, in der neuen Regierung kein Amt bekleiden zu wollen.

Klingbeil sagte, die Diskussionen über die SPD-Führung "haben wir auch zu führen, im Parteivorstand, im Präsidium, in der Fraktion". Bas äußerte sich ähnlich. "Wir müssen in den nächsten Tagen in unseren Gremien sehr deutlich darüber reden, ob der Weg, den wir – Lars Klingbeil und ich – eingeschlagen haben, der richtige ist und ob wir ihn weiter fortsetzen", sagte sie dem Sender Phoenix.

Am Montag kommen die SPD-Spitzengremien in Berlin zusammen, um über die Konsequenzen aus den Wahlniederlagen und über die weitere Arbeit in der Bundesregierung zu diskutieren. Am Dienstag tritt die SPD-Bundestagsfraktion zusammen.

Parteilinke dringen auf Konsequenzen

Verteidigungsminister Boris Pistorius wies Rufe nach einem kompletten Wechsel der SPD-Parteispitze zurück. "Das ist ein sehr schlechtes Wahlergebnis, mit dem ich nicht gerechnet habe und das der großartigen Arbeit von Alexander Schweitzer und dem engagierten Wahlkampf vor Ort nicht gerecht wird", sagte Pistorius in Tokio, der ersten Station einer Asienreise des Ministers. "Aber weder in der Partei noch in der Koalition brauchen wir jetzt eine Personaldiskussion. Das wäre unverantwortlich, und ich stehe dafür nicht zur Verfügung."

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/spd-bas-klingbeil-personaldebatte